Die Kunst des Krieges

An dieser Stelle beschäftige ich mich ein bisschen mit den beiden Erzfeinden eines jeden Gärtners: Schädlinge und Unkraut. Grundsätzlich kann man dazu sagen, dass es immer eine einfache und eine komplizierte Lösung gibt. Die einfache stellt uns eine milliardenschwere Industrie in der Pflanzenapotheke des nächstbesten Gartencenters zur Verfügung. Wen das Ökosystem, in dem er lebt, nicht besonders interessiert, der braucht eigentlich keine weiteren Ratschläge. Steht alles auf der Packung. Ich würde nur bei der Verarbeitung vielleicht nicht zu tief einatmen.

Die komplizierte Lösung erfordert dagegen, neben zwei gesunden Händen, nur noch ein bisschen Hintergrundwissen.

Die Devise lautet: Kenne deinen Feind!

Wer ist dieser Unkraut?

Erst mal gibt es für Unkraut verschiedene Bezeichnungen. Die einen sagen Wildwuchs, die andern Wildkraut, Beikraut oder sonst was. Eigentlich ist das völlig egal. Es geht einfach um Pflanzen, die an einer Stelle wachsen, an der sie nicht wachsen sollen. Problematisch ist daran, dass sie mit den Pflanzen, die man da gerne haben möchte, um Nährstoffe, Licht und Wasser konkurrieren. Außerdem werden sie meistens auch einfach optisch als störend empfunden. Um zu verstehen, wie man mit ihnen fertig wird, teilt man Unkräuter zunächst mal in zwei Kategorien ein.

Samenunkräuter zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich durch Samen ausbreiten. Das machen zwar im Endeffekt so ziemlich alle Pflanzen, aber bei typischen Samenunkräutern geht das Ganze auch noch relativ schnell. Manche schaffen es bei idealen Bedingungen, innerhalb einer Woche von der Keimung eines Samens bis zur Geschlechtsreife, Befruchtung und Bildung neuer Samen. Auf die Weise können sie sich teilweise explosionsartig ausbreiten, wenn sie lange genug unbemerkt bleiben.

Wurzelunkräuter dagegen breiten sich zwar nicht unbedingt schnell aus, können dafür aber so hartnäckig sein, dass es ihnen ganz egal ist, ob man sie bemerkt. Ihre Wurzeln sind irgendwann so tief und fest, dass man sie oberirdisch so oft abreißen kann, wie man will, im Boden bleibt immer noch genug Material übrig, aus dem die Pflanze einfach wieder nachwächst. Viele breiten sich dann auch direkt unterirdisch durch Ausläufer aus, anstatt zu warten, bis sie geschlechtsreif sind und blühen können.

Um zu beurteilen, mit welchem von beiden man es jetzt zu tun hat, reicht es, sich einfach mal ein Exemplar genauer anzusehen. Wenn man es oberirdisch abreißt und merkt, dass die Wurzel im Boden feststeckt, ist es wahrscheinlich ein Wurzelunkraut. Um sicher zu gehen, sollte man die Wurzel dann einfach mal ausbuddeln. Typischerweise sind die Wurzeln vieler Wurzelunkräuter dicke "Pfahlwurzeln", die ziemlich stabil und holzig wirken. Da drin werden auch die Nährstoffe gespeichert, aus denen die Pflanze immer wieder neu austreibt. Bei manchen, wie z.B. dem gefürchteten Schachtelhalm, findet man auch unwahrscheinlich lange, dünne Ausläufer, die kein Ende zu haben scheinen. Sind die Wurzeln dagegen eher "fransig" und reichen nicht besonders tief, wie bei den meisten Gräsern z.B., wird es sich um ein Samenunkraut handeln.

 

 Je nach dem, mit welchem Unkraut man es zu tun hat, muss man dann auch gezielt an die Bekämpfung heran gehen, wenn das Ganze nachhaltigen Erfolg haben soll. Bei Samenunkräutern muss man im Prinzip "nur" dafür sorgen, dass kein Exemplar in irgendeiner versteckten Ecke seinen Wachstumszyklus abschließen kann. Dafür muss man seinen Garten natürlich ziemlich genau im Blick haben. Die gute Nachricht ist, dass man immerhin nicht jedes einzelne Pflänzchen mit der Hand rausziehen muss. Eine einfache Hacke erleichtert die Arbeit schon mal sehr.

Bei Wurzelunkräutern wäre das dann wieder genau das Falsche. Wenn ich mit so einer Unkrauthacke auf einen Löwenzahn losgehe, ist der mir sogar ziemlich dankbar. Dann hab ich nämlich aus einem gleich zwei gemacht, wenn ich Pech habe. Diese Art von Unkraut wird man ohne Chemie eigentlich nur ganz los, indem man tatsächlich die komplette Wurzel möglichst restlos aus dem Boden fummelt. Es gibt dazu auch irgendwelche Spezialgeräte, die einem das relativ rückenschonend ermöglichen sollen. Ob die so 100%-ig funktionieren, kann ich leider nicht beurteilen. Mir persönlich reichen meistens meine Hände und in extremen Fällen nimmt man eben den Spaten und kloppt gleich die ganze durchwuzelte Erde in die Tonne. Dafür hat man meistens aber auch ziemlich lange Ruhe, wenn man das Wurzelunkraut erst einmal los ist.

Ich hab mal gehört, Essig hilft da

Nein. Es gibt viele tolle Hausmittel, die einem bei irgendwelchen Problemen helfen können. Gegen Unkraut nicht. Ich erwähne das nur extra, weil es viele Leute ausprobieren und dann tatsächlich sogar denken, es hätte super funktioniert. Gleichzeitig merken sie nicht, dass sie sich ihren Boden völlig versauen bzw. versauern. Pflanzen, die man mit Essig oder Essigessenz einsprüht, können erst mal Verätzungen kriegen und sterben vielleicht auch oberirdisch ab. Wurzelunkräuter interessiert das allerdings schon mal gar nicht. Davon abgesehen ist Essig auch nicht gerade dafür bekannt, besonders selektiv zu wirken. Wo man ihn ausbringt, sind also erst mal alle Pflanzen in der näheren Umgebung ziemlich sauer, nicht nur die Unkräuter. Bei Samenunkräutern mag es vielleicht sogar funktionieren. Allerdings hat man dann wesentlich mehr Arbeit damit, seinen Boden wieder in Ordnung zu bringen, als wenn man das Unkraut einfach mit der Hand rausgerissen hätte.

Ähnlich unsinnig (und trotzdem erstaunlich weit verbreitet) ist das Streuen von handelsüblichem Kochsalz. Das kann man machen, wenn man eine Fläche hat, auf der sowieso nie irgendwas wachsen soll. Die kann man dann aber auch genauso gut einfach zupflastern. Es gibt kaum Pflanzen, die es auf Dauer mitmachen, wenn einen Meter neben ihnen ständig Salz verstreut wird, um Unkraut zu vermeiden, außer vielleicht der ein oder andere Kaktus. Davon abgesehen schadet man damit auch dem übrigen Bodenleben.

Meistens bleiben die eigenen Hände doch das beste Mittel. Es gibt da eigentlich nur eine Ausnahme...

Die Nische im Pflaster

Vor allem Wurzelunkräuter sitzen auch mal gerne in irgendwelchen Fugen fest. Da kommt man dann mit den Händen eben schlecht dran. Man kann natürlich mit irgendwelchen Fugenkratzern versuchen, sie da irgendwie raus zu bekommen. Das ist aber eine Heidenarbeit und kann ganz schön auf die Gelenke gehen.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, das Zeug einfach zu toasten. Dazu gibt es für relativ kleines Geld Gasbrenner für die ganz normalen Gasflaschen, die man im Baumarkt bekommt. Man hat hinterher zwar so einen gesunden Lagerfeuergeruch an sich, den man eine Zeit lang mit sich rumträgt, aber dafür ist die Arbeit deutlich schneller erledigt und vor allem einfacher. Dabei muss man nur ein paar Kleinigkeiten beachten.

Dass Feuer generell gefährlich ist, muss ich wohl niemandem erklären. Erst mal sollte einem aber auch klar sein, dass man so ein Wurzelunkraut nicht los ist, nur weil man es einmal abgefackelt hat. Das schadet der Pflanze zwar ziemlich, aber sie wird sich davon nicht daran hindern lassen, aus der Wurzel wieder neu auszutreiben. Man muss die ganze Aktion also, am besten im Abstand von 1 - 2 Wochen, solange wiederholen, bis das Zeug irgendwann aufgibt.

Außerdem ist es auch nicht unbedingt sinnvoll, das Unkraut oberirdisch komplett weg zu brennen, bis nichts mehr übrig ist. Das macht es der Pflanze eigentlich nur leichter. Sie besteht dann nur noch aus einer Wurzel und einer kleinen oberflächlichen Brandwunde, die relativ schnell heilt. Größere Probleme bekommt sie dagegen, wenn man sie nur einmal kurz "antoastet", sodass sie komplett welk ist. Dann hat sie erst mal ganz viel kaputtes Gewebe, das sie versuchen kann, noch irgendwie zu versorgen. Damit verschwendet sie ein bisschen Zeit und zusätzliche Ressourcen. Die Terrasse sieht dann zwar in der Zeit nicht besonders schön aus, mit dem ganzen dahinsiechenden Grünzeug zwischen den Fugen, aber man kommt insgesamt schneller zum Endergebnis.

Schädlinge

Ein bisschen destruktiver als Unkraut können Schädlinge für eine Pflanze sein. Das ist allerdings ein sehr weites Feld, bei dem ich hier nur etwas an der Oberfläche kratzen werde. Vorweg kann man aber schon mal festhalten, dass man mit so etwas grundsätzlich weniger Probleme hat, wenn man bei der Auswahl der Pflanzen immer darauf achtet, dass sie für den jeweiligen Standort und Boden auch gut geeignet sind. Nur wenn es einer Pflanze gut geht, kann sie sich selbst auch gegen ihre Feinde zur Wehr setzen. Bei geschwächten Pflanzen an ungeeigneten Standorten sind solche Probleme dagegen direkt vorprogrammiert.

Insekten und Milben

In dieser Kategorie finden wir die meisten Schädlinge. Dazu gehören beispielsweise Blatt-, Woll- und Schildläuse, Thripse, Spinnmilben oder die weiße Fliege. Die meisten der kleinen Qäulgeister saugen in irgendeinem Stadium ihres Lebenszyklus Pflanzensäfte. Das machen sie meistens hauptsächlich an den Blattunterseiten. Da kommen sie am einfachsten dran und bleiben eher unbemerkt. Unter günstigen Bedingungen können sie sich rasend schnell ausbreiten und Pflanzen großen Schaden zufügen. Einige schaffen es innerhalb von 1-2 Wochen von der Geburt bis zur Geschlechtsreife.

Blattläuse an einer Rose*
Blattläuse an einer Rose*

Als erste und einfachste Maßnahme sollte man stark befallene oder abgefallene Blätter immer direkt entfernen. Wer weiß, wer da alles noch drin oder dran ist oder sich davon ernährt? Los wird man das Problem damit nicht, aber man verhindert schon mal Schlimmeres.

Für die direkte Bekämpfung gibt es zum Glück ein einfaches, altes Hausmittel, das bei so ziemlich allen Vertretern dieser Gruppe gute Wirkungen erzielen kann: Schmierseife. Insekten und Milben lassen sich damit erstaunlich gut bekämpfen. Allerdings sollte man sich vorher einmal kurz über den Lebenszyklus des jeweiligen Schädlings informieren (z.B. bei Wikipedia), denn man kann mit der Seife nicht ihre Eier oder irgendwelche Zwischenstadien, die in der Erde leben, abtöten, sondern immer nur die Tiere, die sich gerade auf der Pflanze befinden. Das macht aber nichts, denn wenn man weiß, wie der Lebenszyklus funktioniert, kann man die Behandlung zeitlich ganz einfach anpassen. Man muss nur dafür sorgen, dass die Tiere keine Zeit haben, erwachsen zu werden und sich zu vermehren. Bei Blattläusen, die das in 8-14 Tagen schaffen können, spritzt man also einfach im Abstand von höchstens 7 Tagen und wiederholt das Ganze, bis keine Eier mehr da sind, aus denen noch Nachkommen schlüpfen können.

Wichtig ist, dass man nicht irgendein Spülmittel aus der Küche nimmt, sondern eine Kaliseife, die man im Reformhaus oder in der Apotheke bekommt. Davon löst man dann 15-30g in einem Liter Wasser auf, füllt die Mischung in eine Sprühflasche und geht auf die Jagd. Vor Allem muss man natürlich auf die Blattunterseiten achten und darf keinen Schädling „verfehlen“, sonst bringt die ganze Aktion gar nichts. Jetzt sind leider einige Arten relativ hartnäckig und scheinen mit der Schmierseife keine großen Probleme zu haben. Dazu gehören z.B. die Schildläuse. Die brauchen es dann eben eine Nummer härter und kriegen zusätzlich zur Seife noch etwa 10-30ml Spiritus auf einen Liter Wasser mit in die Mischung. Solche Behandlungen sind jetzt für die Pflanze zwar auch nicht ganz so angenehm und sollten deshalb nur so selten wie nötig durchgeführt werden, zeigen dafür aber auch meistens durchschlagenden Erfolg. Bei Gemüse oder Früchten ist es noch wichtig, das Ganze nach der erzielten Wirkung gründlich abzuwaschen, sonst schmeckt's hinterher ziemlich seifig.

Spinnmilbenbefall*
Spinnmilbenbefall*

Alternativ werden oft auch Gelb- oder Blautafeln zur Bekämpfung beworben. Die sind dafür allerdings völlig ungeeignet. Es landen nie ausnahmslos alle Schädlinge auf so einer Klebefalle. Vielleicht zögert man die massenhafte Ausbreitung ein bisschen hinaus, aber mehr auch nicht. Als Indikator sind sie sehr nützlich, um beispielsweise in einem Gewächshaus direkt zu sehen, welche Viecher da so drin rumfliegen. Zu mehr sind sie aber kaum zu gebrauchen.

Ganz ohne sich selber die Hände schmutzig zu machen, kann man auch einfach Nützlinge die Arbeit für sich machen lassen. Die Larven von Schlupfwespen beispielsweise nehmen so ziemlich jeden Schädling, den sie finden können, als Kraftfutter. Die Larven von Florfliegen werden sogar als Blattlauslöwen bezeichnet. Marienkäfer sind auch eine große Hilfe gegen viele Arten. Solche Nützlinge kann man tatsächlich einfach kaufen. Ob das für einen Hausgarten wirklich sinnvoll ist, sei mal dahingestellt. Grundsätzlich dürfte aber klar sein, dass alle Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität automatisch auch dazu führen, dass Schädlinge öfter ihren natürlichen Fressfeinden begegnen.

Schnecken

Schnecken haben einen sehr schlechten Ruf unter Gärtnern. Allerdings machen viele den Fehler, alle in einen Topf zu werfen. Die Arten, die uns wirklich Probleme machen, sind eigentlich fast nur die eingeschleppte spanische und die rote Wegschnecke, die beide auch noch so ziemlich gleich aussehen. Sie ernähren sich am liebsten von möglichst weichen, leicht verdaulichen Pflanzenteilen, auch von schon abgestorbenen, also etwa verwelkten Blättern, die auf dem Boden liegen.

Rote Wegschnecke*
Rote Wegschnecke*

Der Klassiker in der Bekämpfung von Schnecken ist das Schneckenkorn. Das ist ein Granulat aus meistens blauen Körnern, die man einfach verstreut. Schnecken finden das wahnsinnig lecker und sterben dann kurz nach dem Essen. Manchmal tun sie das, indem sie anfangen aus zu schleimen und man hat hinterher einen Haufen toter Viecher und jede Menge Schneckenschleim um sein Blumenbeet herum. Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat bewirkt dagegen, dass die Schnecke sich erst mal unwohl fühlt und sich in der Erde verkriecht, bevor sie stirbt. Das ist für die Schnecke selber natürlich genauso unangenehm, aber wenigstens nicht für den Gartenbesitzer.

Von Hausmitteln, wie der beliebten Bierfalle, würde ich bei Schnecken eher abraten. Das funktioniert zwar super, aber leider so super, dass man mit dem Bier gleich noch die Schnecken von den Nachbarn 3 Häuser weiter auf sich aufmerksam macht. Will man trotzdem auf Schneckenkorn verzichten, hat man es mit Schnecken nicht leicht. Es gibt eine Vielzahl von Maßnahmen, die jeweils nur wenig bringen, in der Summe aber eine ganz gute Gesamtwirkung haben können. Dazu gehört es z.B., gejätetes Unkraut und abgestorbene Blätter im Garten einfach liegen zu lassen. Dann haben die Schnecken was leckeres zu fressen, an das sie einfach ran kommen und haben weniger Lust, erst 2m im Schneckentempo zum nächsten Stiefmütterchen zu kriechen. Schnecken sind im Übrigen nachtaktiv, auch wenn man tagsüber schon mal einigen Exemplaren über den Weg läuft. Und da Feuchtigkeit ihnen sehr wichtig ist, finden sie Gärten natürlich toll, in denen der Gärtner abends nochmal ordentlich Wasser verteilt hat. Gießt man dagegen morgens, bleibt für die Schnecken bis zur nächsten Nacht nicht viel davon übrig.

Weinbergschnecke*
Weinbergschnecke*

Ein probates Mittel sind auch Schneckenzäune. Das sind einfach Hindernisse, die Schnecken nicht überwinden können. Allerdings ist diese Option eher was für den Schrebergarten, denn besonders dekorativ sind die Dinger definitiv nicht. Außerdem halten sie natürlich auch nur Schnecken ab, die von draußen kommen, man kann sie damit auch versehentlich einsperren, vor allem weil man auch nicht weiß, wo sie Eier in der Erde hinterlassen haben. Auch muss man darauf achten, dass nicht irgendwo ein Trieb von irgendeiner Pflanze überhängt, an dem die Schnecken einfach rüber klettern können.

Tigerschnegel*
Tigerschnegel*

Biodiversität hilft natürlich auch immer. Als Nützlinge, die Schnecken auf ihrem Speiseplan haben, sind viele Vogelarten bekannt (Drosseln und Krähen z.B.). Außerdem sind Mäuse, Igel und Marder in diesem Bereich sehr nützlich. Die spanische Wegschnecke mag aber leider kein einheimisches Tier so richtig gerne. Man kann sich theoretisch Laufenten mieten oder halten, das sind die einzigen Tiere, die die Dinger richtig lecker finden. Das ist für einen Hausgarten aber vielleicht etwas übertrieben.

Was viele Leute nicht wissen: Gegen Schnecken helfen auch Schnecken. Der Tigerschnegel beispielsweise frisst einfach andere Schnecken, wenn er welchen begegnet, tot oder lebendig. Auch die Weinbergschnecke soll zumindest die Eier anderer Schneckenarten fressen und ist selber als Schädling ohne Bedeutung. Beide Arten sind leider eher selten. Um so wichtiger ist es, dass man die "guten" dann möglichst verschont, wenn man die "schlechten" bekämpfen will.

Säugetiere

Wie das in der Nahrungskette so vorgesehen ist, werden viele Pflanzen natürlich auch von Säugetieren gefressen. Im Garten können vor allem Mäuse, Kaninchen, Maulwürfe und manchmal auch Rehe Probleme machen.

Bei Maulwürfen lohnt es sich allerdings überhaupt nicht, sich damit großartig zu beschäftigen. Die unterliegen der Bundesartenschutzverordnung und dürfen von daher weder gefangen noch getötet werden. Man darf sie vertreiben, wenn man meint, dass das irgendwelche Erfolgschancen hätte. Dafür gibt es auch alle möglichen technischen Spielereien. Erfahrungsgemäß würde ich davon aber abraten, Maulwürfe können nämlich ziemlich stur sein. Die einfachste Lösung ist, sich mit dem neuen Nachbarn einfach anzufreunden. Das ist auch besser für Geldbörse und Blutdruck.

Kaninchen*
Kaninchen*

Gegen Mäuse, Kaninchen und Rehe können verschiedene Duftstoffe mehr oder weniger gut wirken. Dazu werden Mittel mit Blutmehl empfohlen, Hundehaare oder sogar Altöl (keine gute Idee). Das alles soll Pflanzenfressern Angst einjagen, allerdings sind die ganz so doof auch nicht und gewöhnen sich irgendwann dran. Wirklich nachhaltig hilft so etwas leider nicht. Das Einfachste ist wohl, Hunde oder Katzen frei herum laufen zu lassen. Hat man keine Haustiere, funktionieren auch (Strom-)Zäune oder im Fall von Kaninchen einfache Hochbeete, auf die sie nicht rauf kommen. Es kommt aber auch immer auf den Standpunkt an. Wenn die Schäden nicht zu groß sind, kann auch eine gewisse Gleichgültigkeit das Problem lösen.

Wühlmaus*
Wühlmaus*

Die einzigen, die man wirklich effektiv bekämpfen kann, wenn man will, sind wohl Mäuse. Wer damit ernstere Probleme hat, kann Mäusefallen auslegen. Es werden auch Lebendfallen angeboten, man sollte allerdings schon ziemlich weit raus fahren, bevor man so eine Wühlmaus irgendwo wieder aussetzt, ansonsten steht sie ganz schnell wieder auf der Matte. Wenn alles nichts nützt, kann man es auch mit "Wühlmausgas" versuchen, das es von verschiedenen Anbietern gibt. Es bringt die Mäuse nicht um, sondern soll sie nachhaltig aus ihrem Bau vertreiben. Giftköder sind nicht die beste Idee, weil die auch von anderen Tieren gefressen werden können und bei den Mäusen selber meistens nicht besonders beliebt sind.