Funktionen eines Gartens

Gärten und ihre Funktionen haben eine lange Geschichte, aber damit will ich hier überhaupt niemanden langweilen. Wer sich dafür interessiert, kann ja einfach bei Wikipedia gucken.

Viel wichtiger ist mir persönlich die heutige Situation. Jeder Gartenbesitzer weiß: Ein Garten macht Arbeit. Die meisten Leute haben heutzutage genug zu tun und wollen möglichst wenig Zeit mit lästigen Gartenarbeiten verbringen. Deshalb verwundert es auch nicht, dass man mehr Steine als Grün sieht, wenn man bei Google einfach mal nach Bildern von Vorgärten sucht. Für Viele scheint das die einfachste Lösung zu sein. Steine machen keinen Dreck, müssen nicht geschnitten oder gemäht werden und bieten viele gestalterische Möglichkeiten. Das einzige Problem ist: Steine bringen nichts.

Pflanzen wirken sich extrem positiv auf das Klima aus, filtern permanent Luft, kühlen im Sommer durch ihre Transpiration, bieten wichtigen Lebensraum für unsere heimischen Vögel und viele andere Tiere und steigern ganz nebenbei das allgemeine Wohlbefinden des Betrachters. Steine haben dagegen wenig Ausstrahlung, es sei denn, sie heizen sich im Sommer in der Sonne auf.

Jetzt will ich aber auch niemandem vorschreiben, dass er sich mehr Arbeit als nötig machen soll. Das Schöne am Gartenbau ist aber, dass man das gar nicht muss. Wenn man weiß wie, lässt sich jede Art von Garten auch "pflegeextenstiv" gestalten ohne alle Flächen mit Zierkies abzudecken oder zuzupflastern.

Das einzige, was man vorab wissen sollte ist, was für eine Art von Garten man haben will.

Der Ziergarten

Wie der Name schon sagt, ist die Funktion eines Ziergartens in erster Linie, gut auszusehen. Sie dienen hauptsächlich zur Erholung und Entspannung oder als Vorgärten zur Verschönerung des Grundstücks. Die Auswahl der Pflanzen orientiert sich dabei vor Allem am persönlichen Geschmack des Betrachters bzw. Besitzers. Erlaubt ist, was gefällt, solange es für den jeweiligen Standort geeignet ist. Diese Art von Garten macht entsprechend auch mehr oder weniger Arbeit, je nachdem, für welche Arten man sich entscheidet. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass viele Pflanzen, die in Hausgärten weit verbreitet sind, bei uns eigentlich gar nicht heimisch sind. Das macht sie nicht weniger schön, aber ökologisch weniger sinnvoll. Besonders überzüchtete Zierpflanzen bieten z.B. bestäubenden Insekten oft gar keine Nahrung, sodass die Bienen zwar angelockt werden, aber nur ihre Zeit verschwenden. Auch heimische Vogelarten können mit Bäumen, die sie nicht kennen, wenig anfangen. Sie bieten meist weder eine Nahrungsquelle, noch einen geeigneten Brutplatz.

Der Nutzgarten

Bei uns im Ruhrgebiet denkt wahrscheinlich jeder erst mal an Schrebergärten. Immer mehr Leute nutzen aber auch ihre Hausgärten, um eigenes Obst und Gemüse anzubauen. Die Vorteile sind relativ offensichtlich. Dagegen sprechen für viele Gartenbesitzer aber vor Allem die zusätzliche Arbeit und der geringere "Zierwert". Mit der richtigen Gestaltung und Auswahl der Arten kann man diese Effekte aber zumindest verringern.

Der Naturgarten

Hier werden nur Arten verwendet, die bei uns heimisch sind. Die Pflegearbeiten werden auf das Nötigste beschränkt. Auf den ersten Blick wirken solche Gärten oft wie natürlich gewachsen. Die gestalterischen Möglichkeiten sind zwar etwas begrenzt, aber es gibt immer noch genug Auswahl an Pflanzen für fast jeden Geschmack. Man muss sich nur von der Vorstellung verabschieden, dass Hecken akkurat getrimmt und Pflanzflächen sauber abgegrenzt sein müssen.

Insbesondere in größeren Städten bieten solche Gärten auch sehr wichtigen Lebensraum für Tiere.

Grundsätzlich lassen sich diese Gartentypen natürlich auch kombinieren. Es spricht beispielsweise nichts gegen einen Ziergarten mit einem kleinen Kräuterbeet vor der Terrasse oder einen Naturgarten mit heimischen Obstbäumen. Die Möglichkeiten der Gestaltung eines Gartens sind fast endlos.

Hat man sich schließlich für ein Konzept entschieden, muss man nur noch wissen, wie's geht. Dabei hilft (hoffentlich) diese Internetseite oder die Beratung durch einen fachkundigen Gärtnermeister.